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Aus
der Reihe KONZERT &
Dias:
mit dem Lehmkünstler Manfred
Fahnert
und PAPALAGI
Sahara - natürliche Einöde oder klangvolle
Fülle?
Mit poetischen Texten aus dem Kulturkreis der Sahara
von und mit dem Schriftsteller Bernd U. Krippl, Wuppertal
und improvisierter Tanz aus der Wüste mit Katja Erfurt, Dresden
und Sarah Nesmon - Steijskal, Köln
Hiermit erleben wir eine neue Diashow des Lehmkünstlers
Manfred Fahnert aus Bürdenbach und der Musikgruppe PAPALAGI
mit dem Violinisten Thomas Kagermann.
Nach Ihrer letzten Auseinandersetzung mit dem Thema
Erde, deren Entstehung und seine mystisch/religiöse Bedeutung,
steht nun die fotografische und musikalische Auseinandersetzung
mit dem Thema Sahara.
"Dies ist die konsequente Weiterführung
des Themas Erde.
Die Sahara ist Erde ohne Wasser, also Leben ohne Nahrung.
Es ist die Auseinandersetzung mit dem grenzenlosen Nichts, den
endlosen Weiten und vegetationslosen Ebenen. Dem öden Einerlei
von vor Hitze flimmernde Gesteins- und Sandflächen."
Was kann man dort fotografieren? Welche Motive
gibt es, welche Antworten auf welche Fragen gibt es dort zu finden?
Diese Aufgabe motivierte den Künstler und Fotografen schon
bei der ersten Saharabegegnung im Jahre1998. Seither begab er
sich jedes Jahr ein Stück weiter in dieses Gebiet, welches
viel von Ihm forderte.
"Erst verstand ich die Wüste als Todfeind.
Sie fordert unmenschliche Kraft von meinem Körper und Geist.
Auf der anderen Seite gab Sie mir Ruhe, Kraft und Geborgenheit.
Sie Polarisierte mein Denken und meine Empfindungen. Ich begann
zu ahnen, das es noch etwas mehr ist, als nur ein menschenfeindliches
Gebiet."
In den letzten drei Jahren suchte er nach der Möglichkeit
dieses Empfinden fotografisch für eine Diaprojektion umzusetzen.
"Nach genauem Betrachten stelle ich fest, daß die Botschaft
nur mit Musik, Tanz und Poesie zu übermitteln ist. Mit diesen
Elementen drücken die Völker, die diese Gebiete bewohnen,
Ihre Verbundenheit zu dieser Landschaft aus."
In der Regel sind dies Nomaden, die mit Ihren Herden durch diese
Gebiete streifen. Gesang, Tanz mit der Trommel und poetische Texte
in Gedichtform gepaart mit rhythmischen Händeklatschen.
"Die Wüste ist aufgrund ihrer Leere eine
Herausforderung an meine Neugier. Unter Ihrer Oberfläche
verbirgt Sie eine Tiefe an sozialer und spiritueller Weisheit,
welche ich mit meinen Vortrag den Menschen deutlich machen möchte.
Voraussetzung ist eine richtige Einstellung zu den Dingen. Wenn
es War ist, daß die Sahara die größte Wüste
ist, dann ist es War, daß diese endlosen Weiten von oftmals
erschreckender Leere in ihrem Innersten etwas vom teuersten, ja
heiligen Erbe der Menschheit einschließt".
Die Sahara wurde in der Geschichte immer als armes
trostloses Land geschildert, wo "nur" Nomaden in Zelten
leben. Den einzigen Reiz für die Europäer dorthin zu
fahren, war die Safari. Dabei wurden viele Tierarten ausgerottet,
und die Bodenschätze wie Gold und Edelsteine geplündert.
Den "Eingeborenen" gab man dafür Glasperlen. Die
Menschen und Ihre Kultur waren nie der Reiz diese Gebiete zu erkunden,
Sie wurden offen als Sklaven vermarktet und galten als "Kulturlos".
Sie standen immer im Schatten der Menschen aus dem Norden und
leben seit der Kolonialiesierung als Menschen dritter Klasse.
"Mit meinem Vortrag will ich genau
den Schritt in die entgegengesetzte Richtung machen, mit dem Schwerpunkt
auf jenen Aspekten der Sahara - wie Schönheit, Würde
und Beseeltheit-, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet
wurde. Ich möchte, wenn Sie Interesse daran haben, mit Ihnen
die tiefe Weisheit der Sahara und derer Menschen, die darin leben,
erforschen. Diese Wüste ist ein hervorragender Ausgangspunkt
- ja ein Ort, an dem die verborgene Stärke, die Macht und
Würde seiner Menschen zu Hause sind".
Die Dias bezeugen dies in einer eindrucksvollen Weise. Sie sollen
nicht mit den Augen des Geologen gesehen werden, der sicher viel
Spaß daran haben würde, sondern durchdrungen von Ehrfurcht
und Respekt für ihre erhabenen Geheimnisse, farbenfrohe Direktheit
und unwiderstehliche Präzision. Alle diese Fotos können
wie poetische Texte gelesen werden, mit Verschlüsselungen,
die auf die Wahrheit und Wahrhaftigkeit dieser Welt weisen.
"Es darf das Bild entstehen, daß die
Wüste geheimnisvoll, anziehend, ja einladend und heilsam
ist. Es ist meine Absicht die Sahara mit all seinen Farben und
Stimmungen dem westlichen Betrachter nahezubringen. Lassen Sie
uns gemeinsam teilhaben an der Ehrung dieses Ortes und einer Kultur,
die friedvoll die Zugangswege zum großen Geheimnis der Existenz
bewacht."
Als uns das Wissen über diese Zugänge verlorengegangen
ist, kam es zur Definition der Wüste als Ort der Abwesenheit.
Aber Wüste bedeutet Anwesenheit von Leben, Kultur und Macht.
Die wirklichen Wüsten, die die menschlichen Werte bedrohen,
liegen in uns. Diese Wüsten zerfressen den Geist, trocknen
die Psyche aus und versetzen uns in die bedrohliche Lage, Menschen
zu werden ohne Wurzeln in der anderen Welt.
"Meine Sehnsucht nach Heimat führte mich
bis in diese Region unserer Welt, um zu begreifen, daß wir
hier im Westen in einer Heimatlosigkeit, inmitten eines materiellen
Überflusses, leben. Ich spürte dort die Sehnsucht nach
geistiger Sinngebung, um meine Heimatlosigkeit des Geistes mit
dieser Würde und Wahrhaftigkeit aufzufüllen.
Dieser Abend ist für mich ein Beitrag zur kulturellen Gesundung
, der dem westlichen Geist, durch die Feuchtigkeit alles Lebendigen,
neue Kraft verleihen soll." (Manfred Fahnert)
Manfred Fahnert
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